DGHT-Pressemitteilung  


(16.05.2013) Salmonellenbelastung von Reptilien einer Zooschule

Die Gefahr einer Salmonellenübertragung von Reptilien auf Menschen und die damit einhergehenden Gesundheitsrisiken wird in letzter Zeit vermehrt diskutiert. Während radikale Tierschutzorganisationen darin einen Grund für ein generelles Haltungsverbot von Reptilien sehen, schätzen Herpetologen und Terrarianer das mit dem Reptilienumgang assoziierte Risisko eher gering ein.
Wissenschaftler der Universität von Kopenhagen haben die kontroverse Diskussion zum Anlass genommen, anhand der im Rahmen einer Zooschule zum Einsatz kommenden Reptilien zu untersuchen, welches Risiko für die Kursteilnehmer besteht, die im Rahmen der Schulveranstaltungen Kontakt zu den Reptilien haben. Der Zoo von Kopenhagen, in dessen Zooschule die Untersuchungen durchgeführt wurden, hält die Reptilien, die für schulische Zwecke zum Einsatz kommen, strikt von seiner übrigen Reptiliensammlung getrennt. Die Forscher nahmen Kloakenabstriche von allen Reptilien des Zoos und untersuchten, ob und welche Salmonellen in den Abstrichen nachzuweisen waren. Insgesamt konnten in 35% der Abstriche Salmonellen identifiziert werden. Erstaunlicherweise bei den Tieren der Zooschule mit 64% deutlich mehr als bei den Reptilien der Schausammlung (23%). Die Forscher führen diese Diskrepanz vor allem darauf zurück, dass die Reptilien der Zooschule im Rahmen der Demonstrationen gelegentlich untereinander in Kontakt kommen, wogegen die Reptilien der Schausammlung strikt paar- oder gruppenweise gehalten werden und nie in Kontakt mit Reptilien in anderen Terrarien kommen. Insgesamt wurden 28 Salmonellentypen nachgewiesen. Auch hier gab es deutliche Unterschiede zwischen den Tieren der Schausammlung und denen der Zooschule, ein deutlicher Hinweis darauf, dass kein Austausch zwischen den beiden Gruppen besteht. Trotz dieser recht hohen Salmonellenprävalenz und der sehr aktiven Zooschulenarbeit, in deren Rahmen täglich Kinder in direkten Kontakt mit Reptilien kommen, wurde bisher kein einziger Salmonellosefall in Dänemark mit dem Kopenhagener Zoo in Verbindung gebracht. Die Autoren der Studie schließen daraus, dass das einfache Händewaschen nach dem Umgang mit Reptilien , zu dem die Zooschulbetreiber die Kinder anweisen, bereits eine ausreichende und sehr effektive Maßnahme ist, eine Salmonelleninfektion nach Umgang mit Reptilien zu verhindern.
(Quelle: Hydeskov, H. B., Guardabassi, L., Aalbæk, B., Olsen, K. E. P., Nielsen, S. S., & Bertelsen, M. F. (2013). Salmonella prevalence among reptiles in a zoo education setting. Zoonoses and Public Health, 60(4), 291-295)


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