DGHT-Pressemitteilung  


(05.11.2015) DGHT kritisiert Verbotspolitik der Bundesländer zur Exotenhaltung

- Lob für Rheinland-Pfälzische Lösung -

Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat sich klar gegen eine Überregulierung der privaten Reptilien- und Amphibienhaltung ausgesprochen und die Qualität der modernen Terraristik hervorgehoben.

Die DGHT fordert eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Haltung so genannter exotischer Tiere in Privathand. „Die Diskussion um Exotenhaltung in Deutschland wird oftmals erschreckend unsachlich und realitätsfern geführt. Private Halter leisten seit Jahren unentgeltlich wertvolle Beiträge zum Erkenntnisgewinn über Biologie, Ökologie sowie zum Arten- und Naturschutz von Amphibien und Reptilien. Die Qualität der modernen Terraristik und die Organisation der Halter in anerkannten Fachverbänden wie der DGHT mit kontinuierlichem Wissens-Austausch machen zusätzliche gesetzliche Regelungen entbehrlich, so Dr. Markus Monzel, Präsident der DGHT. So genannte Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen operieren teils mit nachweislich erfundenen Statistiken und betreiben Effekt-Hascherei mit Einzelfällen. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass tausende von Terrarianern, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten erfolgreich Reptilien und Amphibien nachzüchten und z.B. Daten zu deren Reproduktionsbiologie dokumentieren, durch ideologisch agierende Gruppierungen verunglimpft werden, denen teilweise fehlende Transparenz durch Stiftung Warentest attestiert wurde“, so Alex Meurer, Vizepräsident für Terraristik der DGHT. Sofern angesichts der Qualität der Haltung der überwiegenden Mehrzahl der vielen Terrarianer überhaupt Regelungsbedarf für spezielle Arten erkannt werden sollte, fordert die DGHT eine Lösung, die dem einzelnen Halter ebenso gerecht wird wie dem nachvollziehbaren Wunsch einer effektiven Kontrolle durch die Behörden. Die DGHT ist Verfechter einer qualitativ hochwertigen und damit tierschutzkonformen Haltung, klaren und möglichst bundesweit einheitlichen Rahmenbedingungen und einer transparenten Vollzugspraxis der Behörden. Die von der Politik erwünschten besseren Kontrollmöglichkeiten der Haltung so genannter „Gefahrtiere“ können nicht durch Verbote oder Positivlisten erreicht werden, sondern nur durch Regelungen, die für diese Arten den Nachweis der Sachkunde des Halters und ggf. eine Meldepflicht als sinnvolle Bausteine umfasst. In diesem Zusammenhang lobt die DGHT ausdrücklich das von der Rot-Grünen Landesregierung von Rheinland-Pfalz kürzlich verabschiedete Landesnaturschutzgesetz. Dort ist für die Haltung „gefährlicher Tiere“ eine Lösung mit Weitsicht und Augenmaß gefunden worden, die allen Seiten Rechnung trägt und statt pauschaler Verbote die Zuverlässigkeit und Fachkenntnis der Halter in den Vordergrund stellt. Wir erwarten, dass die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern dem Beispiel der Rheinland-Pfälzischen Landesregierung folgen und konstruktiv mit allen Fachverbänden an sachbezogenen Regelungen arbeiten, so Dr. Markus Monzel abschließend.


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