DGHT-Pressemitteilung  


(11.05.2016) DGHT fordert klare Verhältnisse für Amphibien- und Reptilienhalter

Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg lässt Fragen offen

Die Vereinbarung zum vorsorgenden Tierschutz im Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der CDU in Baden-Württemberg "Im Sinne eines vorbeugenden Tierschutzes werden wir Menschen, die sich f�r die Haltung exotischer Tiere interessieren, vermehrt Anleitung dazu geben, ob und wie diese Tiere artgerecht gehalten werden k�nnen", ruft bei der Deutschen Gesellschaft f�r Herpetologie u. Terrarienkunde geteilte Reaktionen hervor. Einerseits begr��en wir ausdr�cklich das Bestreben der Landesregierung, Menschen, die sich f�r die Haltung exotischer Arten interessieren eine verbesserte Informationsgrundlage f�r die artgerechte Haltung zu geben, andererseits l�sst die Formulierung "�ob und wie diese Tiere artgerecht gehalten werden k�nnen." ein Hintert�rchen f�r Totalverbote bzw. Positivlisten offen. Hier muss klargestellt werden, dass jeder, der den erforderlichen Platz und die entsprechende Sachkunde nachweisen kann, eine Art halten d�rfen muss, so Markus Monzel, Pr�sident der DGHT. Eine aktuelle Studie (2015), die in der renommierten Fachzeitschrift PLOS ONE ver�ffentlicht wurde, zeigt, dass bei Reptilien und Amphibien die Sterblichkeitsrate in Menschenobhut w�hrend des ersten Jahres bei vernachl�ssigbaren 2-3 % liegt, w�hrend sie bei den vermeintlich leicht zu haltenden "typischen Heimtieren" Hund und Katze ca. 8 % betr�gt. Mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes ist bereits zum 01.08.2014 eine Verpflichtung f�r den Zoofachhandel eingetreten, dem K�ufer von lebenden Tieren schriftliche Informationen �ber die Bed�rfnisse der jeweiligen Art mitzugeben, und aktuell l�sst die Bundesregierung unter aktiver Beteiligung der DGHT eine bundesweite Studie zur Optimierung der Haltungsbedingungen so genannter exotischer Heimtiere durchf�hren. Wir fordern daher die baden-w�rttembergische Landesregierung auf, sich der Expertise der DGHT als gesetzlich anerkanntem Fachverband zu bedienen und gemeinsam mit uns praktikable L�sungen f�r die Umsetzung des lobenswerten Ziels einer Verbesserung des vorbeugenden Tierschutzes zu erarbeiten.


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